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8. September 2008 | Paderborn, Weltalphabetisierungstag

Stolpergefahr in der Fußgängerzone

Obwohl bei den Bodenbändern, die in der Fußgängerzone in Paderborn klebten, keine echte Stolpergefahr bestand, sorgten sie dafür, dass so mancher Besucher über das Motto "Stolperfalle Buchstaben?!" stolperte und somit auf die gemeinsame Aktion des Bundesverbandes Alphabetisierung und Grundbildung (BVAG) mit VHS und Stadtbibliothek Paderborn aufmerksam wurde.

 

So mancher Passant staunte in der Paderborner Fußgängerzone vor dem Rathaus nicht schlecht über Buchstaben auf dem Asphalt. Das Band führte die überraschten Fußgänger direkt zum Stand des ALFA-MOBILs.

 

Zum Auftakt der Aktion "Stolperfalle Buchstaben?!" überreichte der BVAG der Stadtbibliothek Paderborn ein Buchgeschenk in Form von 15 unterschiedlichen, leicht lesbaren Büchern. Diese legten den Grundstein für den neuen Medienbestand für Lese-Ungeübte, der an diesem Tag eröffnet wurde. "Mit dem Bereich möchten wir das Angebot der Stadtbibliothek auch für Menschen interessant machen, für die die Stadtbibliothek bis jetzt noch nicht unbedingt eine Anlaufstelle ist." erklärte Friederike Sommer-Hennige, Leiterin der Stadtbibliothek Paderborn.

 

 

V. l.: Alexandra Ernst (BVAG), Regina Urner (stellv. Leiterin der VHS Paderborn), Andreas Brinkmann und Kristina Joest (beide BVAG) freuten sich über die gelungene Info-Aktion am Weltalphabetisierungstag.

Anschließend lockte der Stand des ALFA-MOBILs die Besucher vor das Rathaus. Dort konnten sie sich nicht nur umfangreich über die Thematik informieren, sondern auch bei vielen Mitmach-Aktionen rund um das Thema Alphabetisierung ihre eigenen Lese- und Schreib-Fähigkeiten testen. Durch Suchspiele, Fragebögen und verschlüsselte Buchstaben-Rätsel setzten sie sich aktiv mit der Situation auseinander, in der sich funktionale Analphabeten täglich befinden.

 

Majonäse? Oder doch Mayonnaise? Über solche und andere Fragen rätselten Passanten aller Altersgruppen.

 

Spielerische Unterstützung boten hierbei auch die Paderborner Spielefreunde e.V., die einige Spiele vorstellten, die Lust auf Lesen und Schreiben machten. In der Funktion menschlicher Silben-Schieber erzielten die BVAG-Mitarbeiterinnen besondere Aufmerksamkeit und weckten das Interesse der Menschen.

 

Die als Wortsilben getarnten BVAG-Mitarbeiterinnen Alexandra Ernst (li.) und Kristina Joest (re.) brachten Informationen zum Thema Alphabetisierung und zur Arbeit des Bundesverbandes unter die Leute.

 

Erfreulich oft konnten an diesem Tag auch Menschen, die selbst betroffen sind, erreicht und direkt beraten werden.

Andreas Brinkmann, Projektleiter im Projektverbund "Chancen erarbeiten", beschrieb sein Anliegen folgendermaßen: "Der Weltalphabetisierungstag ist eine hervorragende Chance, Licht auf ein Thema zu werfen, welches ansonsten nicht im Mittelpunkt der Öffentlichkeit steht. Wir wollen, dass aus einer Lese- und Rechtschreibschwäche eine Schwäche für Lesen und Schreiben wird." Der Schwerpunkt des Projektes "Chancen erarbeiten" liegt dabei in der Ansprache lese- und rechtschreibschwacher Jugendlicher, die sich an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf befinden.

Regina Urner, stellvertretende Leiterin der VHS Paderborn, die am VHS-Stand aus erster Hand über die Kursangebote in Paderborn dazu: "Wir freuen uns über das große Interesse der Passanten und vor allem über den Mut einiger Betroffener, unsere Hilfsangebote so offen wahrzunehmen". Dieser offene Umgang mit der eigenen Schwäche ist nicht selbstverständlich. Viele Analphabeten glauben, dass sie allein mit diesem Problem sind, verstecken sich daher und werden zu Gefangenen ihrer Situation. Daher war es das Ziel der Aktion, darauf aufmerksam zu machen, dass es nicht nur weltweit ca. 781 Millionen funktionale Analphabeten gibt, sondern dass auch in Deutschland etwa vier Millionen Menschen nicht ausreichend lesen und schreiben können.

Zum Artikel in der Neue Westfälische

Zum Bericht im WDR-Fernsehen (Lokalzeit OWL)

 

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